Mittwoch, 30. Januar 2013

7/8 1977 ADAM - German Gay Magazine


Im Verlauf von 6 Jahren (1972-1977) erschienen (mit dieser) 7 Ausgaben „unter uns“, darunter vier Jahre totalen Stillstands, und nun, nach einem Neustart im Mai 1977 und nur zwei Ausgaben ist schon wieder Feierabend, und das obwohl sich das Heft im Impressum mit allerlei prominenten schwulen Namen schmückt. Ein schwuler Kneipenbesitzer - Erwin Röll - ist offensichtlich nicht der ideale Herausgeber für eine Zeitschrift ...


... verständlich, dass die Schriftleitung die Herausgabe einer schwulen Publikation als „unsicheres Gewerbe“ bezeichnet. Insgesamt ist dieses Vorwort (das ich, falls ungenügend lesbar, Interessenten zur Verfügung stelle)  ein peinlich verheulter Rechtfertigungsversuch, in dem Horst Beermann für das unter-uns-Versagen vor allem den him/applaus Verleger Helmut Rosenberg (St. Pauli Nachrichten) verantwortlich macht. Hier erklärt sich auch, warum in jeder der erschienen sechs Ausgaben (vorsichtig hinterfotzig) gegen him/applaus polemisiert wurde.

Als ‘Mitarbeiter’ erscheint erstmals im Impressum: Foerster (Frankreich/London) ???, wobei allerdings auf Seite 47 nur eine Anzeige (inklusive Pornoangeboten) des Foerster-Versand (siehe Kurt-Joachim Foerster) steht.


Detlef, gib mir bitte Deinen Wimpernroller!
Bericht vom Berliner Tuntenball, der schon vor vielen Monaten stattfand und - Dank des BZ-Reporters Heinz Metzger - mit dessen zahllosen Fotos längst in wohl ziemlich allen marktgängigen Homo-Publikationen erschienen war.


„ ... Düsseldorf: Lieben Sie das Besondere? ... Gutgebauter Boy, 23/176 cm, steht als Gesellschafter zur Verfügung ... 
Allein in Düsseldorf? Das muss nicht sein. Dressmantyp, 23 Jahre, steht seriösen Herren als Modell und Gesellschafter in netter Umgebung zur Verfügung ... 
Schweiz: Internationaler Boy-Club sucht hübsche, ehrliche, sehr schlanke Boys. Alter bis 22 Jahre ... asiatische Boys sind herzlich willkommen. Interessenten melden sich mit vollständiger Personalbeschreibung, Foto, kompletten Maßangaben ... an Clubadresse: IPEC, CH - Reussbühl (Foto unten)“ - - - - - ist der Boy-Club-Leiter?


Nun also politisiert er auch in „unter uns“, der erzkonservative Homo-Journalist und Linken-Verteufler Johannes Werres, der u.a. jahrelang unbehelligt seinen einseitigen politischen Quark und seine Hetztiraden gegen alles was links war, in DON (unter der Regie von Günter Goebel) verbreiten durfte. Hier „ ... Links ist marxistisch ... Links bedeutet Diktatur, die in ihren Auswirkungen meist rechts, also faschistisch, ist ... „

Der angebliche „Exklusiv-Bericht für unter uns“ kommt mir bekannt vor. Bei Gelegenheit werde ich recherchieren (und hier dokumentieren), wo der gleiche bzw. sehr ähnliche Text bereits erschienen ist.

Interessenten stelle ich den kompletten, langen Werres-Artikel zur Verfügung.


Die Letzte Meldung (linke Seite, unten) knüpft noch ein letztes Mal - nahtlos (und genüsslich) - an die him-applaus-Rosenberg-Aversion der unter-uns-Macher (siehe Vorwort) an:

„Kuscheln am Stiefel“ lautet die Head-Line des vierspaltigen SPIEGEL-Artikels der Ausgabe 24 vom 6.6.1977 auf den Seiten 189 und 191. Eigentlich eine Buchkritik Eppendorfs ‘Ledermann’, erfährt man einiges über den harten Kern der deutschen SM-Szene und über ‘him/applaus Chefredakteur Reichelt (alias Eppendorfer, Pseudonym nach einem Hamburger Vorort, in welchem Reichelt lt. SPIEGEL mit einer 25 Jahre älteren Frau zusammenlebt). Dem SPIEGEL zufolge brachte Reichelt in einem ‘befreienden’ Blutrausch als 17jähriger eine alte Frau um.“

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